Aus- und Fortbildung möglichst ein Leben lang ist uns zentrales Anliegen in der VFD, quasi Selbstverpflichtung.

Ein guter Teil davon wird durch die VFD-Ausbildungsrichtlininen und Prüfungsordnung Reiten (ARPO) – für Fahrer in der (F)ARPO – geregelt.

Darüber hinaus haben wir jenseits der in diesem Regelwerk genau beschriebenen Ausbildungen natürlich noch zahlreiche andere Möglichkeit, uns durch Vorträge, Selbststudium mittels Büchern, Online-Recherche, Webinare, Kurse u.v.m. fortzubilden.

Die ARPO hat in Teilen der VFD nicht den besten Ruf, ihr Ansehen ist oft erheblich schlechter als die Ausbildungen, die sie regelt. Warum? Zunächst einmal ist sie ein Instrument der Qualitätssicherung dieser Ausbildungen, und gegen eine qualitätvolle Ausbildung hat sicher niemand etwas. Aber wie alles in Leben lässt sie sich natürlich schlecht oder gar falsch einsetzen, z.B. um Pfründe zu sicher. Wer sich der Mühe unterzogen hat, über ein paar Jahre viel Freizeit und Geld zu investieren, um Ausbilder zu werden, möchte das honoriert wissen. Da ist die Versuchung gegeben, den Weg der „Bildungs-Druckbetankung“ einzuschlagen. Altgedienten VFDlern wird erzählt, dass sie keinen Versicherungsschutz als Rittführer genießen, wenn sie dies nicht gemäß ARPO gelernt haben. Mitunter erhalten solche Leute dann von der Versicherung auf Nachfrage eine andere Auskunft….

Wie man das auch sehen mag, sicher ist eines: Geschieht bei einem geführten Ritt ein Unglück, kommt es mit recht hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Klage, oft gar nicht von den Betroffenen selbst, sondern von den für sie leistenden Sozialkassen wie den Krankenkassen. Ein Richter wird dann immer die Frage stellen, wo und wie der Rittführer das denn gelernt hat, was er da tat (einen Ritt zu führen). Kann er nachweisen, dass er eine Geländerittführer-Ausbildung gemäß ARPO absolviert hat, wird der Richter nach Prüfung dieser Ausbildung zu dem Schluss kommen, dass dies als ausreichend zu betrachten ist, dass der Rittführer für seine Aufgabe gut ausgebildet war.

Jeder, der auch nur ein klein wenig von Lernpädagogik versteht, weiß, dass Druck der Lernbereitschaft und der Lernfähigkeit wenig zuträglich ist. Vor diesem Hintergrund ist es allen Beteiligten, Ausbildern, Ausbildungswilligen und auch Ausbildungsunwilligen anzuraten, mit der ARPO respektvoll umzugehen. Unsere Ausbildung gem. ARPO soll einfach Spaß machen, das tat sie in 2018 weit über 700 Mal. Jedem ist es unbenommen, an der ARPO vorbei einen anderen Weg zu finden, sich das Wissen anzueignen, welches wir im Umgang mit und in der Nutzung der uns anvertrauten Tiere unbedingt brauchen. Und welches im Zweifel auch das zuständige Kreisveterinäramt von Pferdehaltern oder Ausbildern im Pferdeumfeld nachgewiesen haben will. Im VFD-Bezirksverband Syke gab es diesbezüglich mittels ARPO-Ausbildungen bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem dortigen Amt, anderswo ebenfalls.

Vergessen wir nicht: Es soll ja weiter gehen, daher haben vor allem die Juniorstufen 1-3 der ARPO große Bedeutung. Wir werden der Verantwortung für die nachkommenden jungen Pferdemenschen nicht gerecht, wenn wir ein wichtiges und gutes Ausbildungsinstrument schlecht reden, nur weil es ein paar Wenige ungeschickt oder zu sehr am eigenen Nutzen orientiert handhaben.

 

Kind mit Esel

Gerade junge Menschen haben oft ein gutes Gefühl für Tiere, wenn man ihnen das nicht „aberzieht“. Aber mit dem Wissen um die Haltung, den Umgang und die Nutzung von Reit- oder Zugtieren werden sie nun mal nicht geboren, das können und wollen sie lernen, oft mit großer Begeisterung in den Junior-Stufen der ARPO.

Hanno Pilartz

 

 

 

Foto Hanno Pilartz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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