Dann die Email. Das Pferd hat sich am Wochenende auf dem Distanzritt verkühlt und lahmt. Erneute Ungewissheit, ob ich mitreiten kann. Meine Utensilien sind gepackt, die Teilnahmegebühren sind bezahlt, die Karten besorgt und Strecken eingezeichnet. Ein Zelt gekauft, Taschen für die Weidezaun-Stäbe genäht, die Ausrüstung zusammengestellt und organisiert, Satteltaschen angeschafft. Und das Glück ist auf meiner Seite. Der Tierarzt gibt die Stute für den Ritt frei. Wir gehen 4 anstrengende Tage bei überraschender Hitze täglich zwischen 35 und 40 km und absolvieren fast jeden Tag eine andere Teilprüfung. Wir schaffen die Prüfung gemeinsam und ich darf mich fortan Geländerittführerin nennen. Die Freude ist unbeschreiblich groß! Und der Respekt vor der damit verbundenen Aufgabe ebenso. Das ganze war kein Pappenstiel, aber wo es nun durchgestanden und geschafft ist, bin ich auch froh. Mir war zwischendrin fast der Humor verloren gegangen. In jedem Fall hab ich superviel gelernt. Ob ich jemals wirklich eine Gruppe führen möchte, weiß ich noch nicht. Aber ich weiß nun, wie es geht. Und das bedeutet mir viel! Und zum Glück haben wir ja noch unseren zweijährigen Nachwuchs von meiner Stute. Ich freu mich schon, wenn ich in ein paar Jahren mit ihm Wanderritte gehen kann!
Fotos: Marion Tuschwitz