Ausgeruht wird donnerstags!
Vom Leben auf einer Gastgeberstation von „Eifel zu Pferd“.
Der Hof ist einer von rund 40 Stationen des Vereins „Eifel zu Pferd“. Mit ihm haben zwei Wanderreiter vor drei Jahren die Seiten gewechselt: vom Fan zum Gastgeber.
Es ist später Morgen. Eine Tasse mit dampfendem Kaffee in den Händen, sitzt die Gastgeberin am geräuberten Frühstückstisch. Ihr Mann kümmert sich um die Paddocks. Die Reiter haben mit ihrer Hilfe die Route in die Wanderkarten und ins GPS-Gerät übertragen und sind auf Tour zur nächsten Station. Oben am Waldesrand winken sie noch zurück. Es war eine bereichernde Begegnung unter Reitern gewesen. Aus Fremden wurden Freunde – beim leckeren Abendessen im Kaminzimmer oder draußen am Lagerfeuer. Wanderreiter sind für alles zu haben, was mit Pferd, Natur und Abenteuer verbunden ist. Am Ende der Streckewünschen sie aber den Komfort: Angenehme Zimmer, warme Duschen, gutes Essen und den Gepäcktransfer, der die Pferde entlastet und die lästigen Taschen von Station zu Station bringt.
Die Reiter verschwinden im Wald. Zeit für ein Resümee. Es war gewöhnungsbedürftig: Den Donnerstag zum freien Tag, zum Sonntag, zu küren, weil die Gäste vorzugsweise an den Wochenenden kommen. Und dort zu arbeiten, wo andere Ferien machen. Dazu gehört eine gewisse Begabung, sich zurück zu nehmen, zu bewirten und mit anderen Stationen zusammen zu arbeiten.
Ein Verein wie „Eifel zu Pferd“ kann dafür Unterstützung bieten. Die Mitglieder bekommen für ihren Beitrag Werbeseiten im Katalog, der mehr als 10 000 Mal im Jahr an feste Adressen verschickt wird. Interessenten durchlaufen ein Procedere mit Schulungen und Hilfestütze durch einen Fragebogen vorab, z.B., ob Weiden vorhanden, die Zimmer geeignet sind. Vorstandsmitglied Conny Sonnen-Lütte ist verantwortlich für das Qualitätssicherungsmanagement. Sie besieht die Höfe der Interessenten mit kritischem Blick fürs Detail: vom Nagel, der gefährlich heraussteht bis zum fehlenden Garderobenhaken. Minimum alle drei Jahre kann man sich einer Begehung zweier erfahrener Mitglieder weiterhin sicher sein. Das dient dazu, Betriebsblindheit zu verhindern und Kritik auszuhalten, denn die kommt sonst von den Gästen oder schlimmer: Eben nicht und die Gäste bleiben dafür aus. Eines gibt der Vorstandschef von Eifel zu Pferd, und ein erfahrener Hase als Gastgeber, Rolf Roßbach, den Neulingen mit auf den Weg: „Gäste haben immer Recht.“ Was nicht heißt soll, ein Duckmäuser zu sein. Diskussionen machen keinen Sinn, wenn der Gast ein Anliegen hat, und die hat er vielfach. Da fehlt ein Eisen. Der Schmied muss her. Ein Tierarzt muss gefunden werden oder die Sonnencreme fehlt. Oder es gilt, die unterirdische Laune einer ankommenden Gruppe aufzurichten, es hat geregnet in der Eifel, man war sich nicht immer grün. Ein Gastgeber zu sein, bedeutet: Offene Ohren für die Belange der Gäste zu haben, ein gutes Auge für deren Bedürfnisse und schlussendlich Investition von Zeit. Das Feedback bleibt nicht aus: Schöne Gespräche, Gäste als Wiederholungstäter und auch ein Auskommen. Selbst wenn Menschen auch im Urlaub schwierig sein können, am Ende bleibt die genossene Muße mit dem Kaffee am geräuberten Tisch. Ach ja, der muss geräumt werden, das Gepäck gefahren, die Betten neu bezogen, die Zimmer geputzt, das Geschirr gespült, eingekauft und das Abendessen vorbereitet werden. Es ist Saison: Die nächsten Gäste kommen in wenigen Stunden. Ausgeruht wird am Donnerstag.
von Birgit Roßmöller
"Abschied"
Interessant auch mal von der anderen Seite zu lesen und vielleicht dem nächsten Quartiergeber auch mal ein wenig entgegen zu kommen – oder?
Unser VFD-Partner, der Verein „Eifel zu Pferd“ sucht übrigens noch neue Mitstreiter, sprich Stationen, um den Gästen auch nach 16 Jahren des Bestehens Abwechslung zu bieten. Bis zum 1. September sollten sie sich für 2014 gemeldet haben. Was einen Interessenten erwartet habt ihr ja oben bereits gelesen?
Wer also Interesse hat wendet sich an:
Eifel zu Pferd.
Für Interessenten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
(06597-4917)