Die Sommerpause naht, und auf politischer Ebene wird versucht, noch das ein oder andere Gesetz auf den Weg zu bringen.
Am 26.7. wurde bereits das sogenannte „Infrastruktur-Zukunftsgesetz" im Parlament gebilligt. Es sieht u.a. vor, dass Projekte mit „überragendem öffentlichen Interesse", wie z.B. der Neubau von Straßen, zu Lasten von Umwelt- und Naturschutzstandards realisiert werden. Nicht nur Sachverständige haben sich im Umweltausschuss im Februar 2026 kritisch zu dem Gesetz geäußert, auch der Deutsche Naturschutzring (DNR) in dem wir Mitglied sind, hatte bereits Ende letzten Jahres eine Stellungnahme dazu eingereicht. ![]()
Nun steht bereits der nächste Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zur Debatte. Im Tagesspiegel Background wird der Entwurf kritisch bewertet und vor einer weiteren Schwächung des Naturschutzes gewarnt. So wurde das Ziel, die natürliche Infrastruktur auszubauen, gestrichen, während der Bestandsschutz für Infrastrukturprojekte deutlich ausgeweitet werden soll. Der Entwurf verschiebt die Prioritäten weiter zugunsten von Infrastrukturvorhaben und zulasten von Natur- und Klimaschutz.
Pferdebesitzer sind ebenfalls von den Entwicklungen betroffen. Werden Infrastrukturvorhaben schneller oder mit geringerem Gewicht für Naturschutzbelange umgesetzt, kann dies Auswirkungen auf bereitbare bzw. mit Kutschen befahrbare Wege, naturnahe Erholungsräume und zusammenhängende Landschaften haben.
Die fehlende Berücksichtigung von Naturschutz kann sich negativ auf den Erhalt von Wäldern und naturnahen Wegen oder auch Weideflächen oder Heuwiesen auswirken. Und schließlich wird unsere Beteiligungsmöglichkeit (u.a. über den DNR, das Kuratorium Sport und Natur oder auch eigene Stellungnahmen der VFD) deutlich verringert, wenn die Einflussmöglichkeiten durch die Beschleunigung von Planungsverfahren und deutlich verkürzte Fristen für Anhörungen und damit die Beteiligung von Interessenvertretungen eingeschränkt werden.
Wir werden die Entwicklungen aufmerksam weiterverfolgen und unsere Mitglieder auf dem Laufenden halten.
Auch ihr könnt aktiv werden, indem ihr in eurer Region Planungsverfahren aufmerksam verfolgt, und an öffentlichen Beteiligungsverfahren teilnehmt und die Bedeutung naturnaher Landschaften und gut nutzbarer und bereitbarer Wege in den Dialog mit Kommunen und Behörden einbringt. Meldet euch gerne in der Bundesgeschäftsstelle für weitere Informationen oder Fragen.