Gemeinsam Wege für Mensch, Tier und Natur entwickeln
Als Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD) vertreten wir Menschen, die sich regelmäßig und verantwortungsvoll in der Natur bewegen, die Pferde, Esel und Mulis halten und die Kulturlandschaft aktiv zur Erholung und für den Natursport nutzen.
Viele unserer Mitglieder stehen der Rückkehr des Wolfs mit Skepsis gegenüber. Diese Skepsis ist kein Zeichen von Ablehnung, sondern von Verantwortungsbewusstsein für unsere Haustiere. Denn wer Equiden hält, denkt voraus und sorgt vor. Das ist Ausdruck von gelebter und bei uns gelehrter Verantwortung.
In den vergangenen Jahren ist beim Thema Wolf viel über Schutzmaßnahmen gesprochen worden – oftmals mit dem Fokus darauf, was Tierhaltende leisten müssen. Dabei ist bei manchen Mitgliedern der Eindruck entstanden, ihre konkreten Sorgen und praktischen Grenzen würden nicht ausreichend gehört. Diesen Eindruck nehmen wir ernst. Herdenschutz ist in vielen Regionen mit erheblichen Herausforderungen verbunden – topografisch, organisatorisch und wirtschaftlich. Nicht überall ist er gleichermaßen umsetzbar oder wirksam.
Deshalb ist es wichtig, über den Wolf differenziert zu sprechen – auf Grundlage von Fachwissen, welches auch von den Wissenschaftlern im Fachbeirat Ethik und Tierschutz der VFD unterstützt wird, ebenso wie von praktischer Erfahrung.
Klar ist, dass wir unsere Equiden gut schützen wollen. Dafür braucht es nicht nur Empfehlungen, sondern verlässliche Unterstützung, Förderung und praktikable Rahmenbedingungen seitens der Behörden.
Ebenso klar ist: Wo Wölfe dauerhaft in einer von Menschen geprägten Kulturlandschaft leben, braucht es rechtssichere Regelungen im Umgang mit problematischen Tieren. Die Möglichkeit, auffällig gewordene Wölfe zügig und gerichtsfest zu entnehmen, ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden Managements. Nur wenn Weidetierhaltende darauf vertrauen können, dass Regelungen Bestand haben und umgesetzt werden, entsteht Akzeptanz.
Der Wolf ist Teil unserer heutigen Naturlandschaft. Gleichzeitig ist Deutschland seit über einem Jahrhundert eine gewachsene Kulturlandschaft, die durch Beweidung, Pflege und Nutzung geprägt ist. Diese Realität muss bei allen politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Ökologische Aspekte dürfen nicht losgelöst von den Auswirkungen auf Weidetierhaltung, Landschaftspflege und ländliche Räume betrachtet werden. ![]()
Hier setzen wir als Verband an. Deshalb begleiten wir die Diskussion um die Änderungen des Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetzes kritisch und konstruktiv (siehe Stellungnahme).
Unser Ziel ist eine Lösung, die sowohl Naturschutzbelange als auch die berechtigten Interessen der Weidetierhaltenden berücksichtigt.
Sicherheit entsteht durch Wissen, Vorbereitung und funktionierende Strukturen – aber auch durch Verlässlichkeit in politischen Entscheidungen. Freizeitreiten und -fahren steht für Naturerlebnis, partnerschaftlichen Umgang mit dem Pferd und artgemäße Haltung. Diese Grundsätze gelten auch im Umgang mit großen Beutegreifern. Koexistenz kann nur gelingen, wenn Sorgen ernst genommen, Erfahrungen aus der Praxis einbezogen und praktikable Lösungen geschaffen werden.
Ein zukunftsfähiger ländlicher Raum braucht beides: eine vielfältige Natur und Menschen, die ihre Tiere verantwortungsvoll halten und sich sicher in dieser Landschaft bewegen können.
Die VFD verfügt über fachliche Expertise zu diesem Thema. Sie versteht sich nicht nur als Informationsstelle, sondern auch als Ansprechpartnerin für Sorgen, Fragen und Erfahrungsberichte aus der Praxis. Der Austausch mit unseren Mitgliedern ist uns ausdrücklich wichtig.
Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), wenn sie Unterstützung wünschen oder ihre Erfahrungen einbringen möchten.