Ein neues, altes Hobby
Ein neues, altes Hobby!
 
 
Heute möchte ich mal erzählen, wie ich durch sehr nette Menschen, die alle Mitglieder im VFD sind, zu einem aus Kindertagen vergessenem Hobby zurück fand.
Es begann mit einem Urlaub bei Biggi Eide. Janine hatte mich überzeugt, dass wir Frauen einen Reiturlaub brauchten. Dort lernte ich Steffi kennen. Ob wir schon während des Urlaubs oder erst später auf das Thema kamen, weiß ich gar nicht mehr, aber irgendwann sprach Steffi davon, dass sie und ihr Mann Kutsche fahren. Ich habe wohl sofort Begeisterung gezeigt, jedenfalls lud Steffi mich ein, mit ihrem Mann Kutsche zu fahren. Sie selbst fahre eher selten ( oder lieber gar nicht) mit ihm – ich weiß nicht mehr den genauen Grund, aber Momme fährt zu wild?
Gerne nahm ich das Angebot an. Steffi ist ein gründlicher Mensch. Schon vorab hat sie mir die Lehrunterlagen des Kutschefahrens nach Achenbach kopiert, damit ich mich gut vorbereiten konnte.
Eines schönen Tages war es soweit. Ich fuhr zu den beiden nach Hause und half mit, den Pferden das Geschirr anzulegen. Puh, ich war doch aufgeregt. Das hatte ich schon seit Kindertagen nicht mehr gemacht. Aber Momme ist ein geduldiger Erklärer und die Pferde sind gut erzogen und stehen still, wenn so ein Anfänger sich an ihnen zu schaffen macht.
Dann ging es los. Zuerst auf einer stark befahrenen Straße ( alle drei Haflinger sind sehr straßensicher – auch bei klappernden LKWs ) und dann in den Wald. Bei der ersten Tour saß ich nur auf dem Beifahrersitz und war erstaunt, wie einfach das alles aussah. Als ob sich die Pferde fast allein durch Stimmkommandos fahren lassen.
Momme ist ein mutiger Mensch. Schon bei der zweiten Ausfahrt rutschte er im im Wald
auf den Beifahrsitz und übergab mir die Leinen. War ich nervös. Theorie und Praxis sind ja bekanntlich zwei verschiedene Dinge. Nachdem ich die Leinen erst mal richtig in den Händen hielt – dazu brauchte ich doch noch Hilfe – sollte es losgehen. Ich klatschte die Leinen leicht auf die Pferderücken, wie im Western tausend Mal gesehen und bekam den ersten Rüffel. So nicht! Also, von vorn. Leinen auf Kontakt, einmal annehmen und dann das Stimmkommando. Klappte immer noch nicht so richtig. Zu wenig Energie in der Stimme. Momme half aus. Dann gingen sie auch prompt los. Die Stimme des Herrn.
Am Anfang fand ich es nicht einfach einzuschätzen, ob ich die Leinen zu kurz oder zu lang hielt. Aber es wurde von Mal zu Mal besser.
Mittlerweile sind wir schon recht häufig zusammen unterwegs gewesen und die Pferde hören auch auf mein Kommando ( meistens ). Und wenn ich Momme so gemütlich im Melkwagentrab durch den Wald fahre, dauert es meistens nicht lange und er muss gähnen. Fährt Momme mich, so muss ich gähnen. Kutsche fahren ist total entspannend, ja geradezu meditativ. Man vergisst allen Alltagsstress und kann die Gedanken fließen lassen.
Das musste ich auch unbedingt Steffi erzählen, die das lustig fand. Ich glaube, sie findet das Kutsche fahren mit Momme immer noch nicht meditativ.
 
Vielleicht sollte ich mal mit ihr fahren?
 
         
   
 Ute
 

 

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